An meinem neuen 476 sollen diesmal wieder recht viele Details angebracht werden, unter anderem auch Poller. Bei Uwe Falkenstein hatte ich mal gesehen das seine mit einem Bajonettverschluss versehen sind und beim Einfahren bündig mit dem Deck abschließen. 

Ich hab mir dazu mal ein paar Gedanken gemacht und die für das 476 dann selbst gebaut. Die Poller zu bauen ist einfacher als man denkt, eine Drehbank sollte man aber schon haben.

Um dies Poller zu bauen benötigt man an Material nicht sehr viel. Zentrales Bauteil ist eine leere 6mm Patronenhülse für Randzünder. Die bekommt man beim örtlichen Schiessstand oder vielleicht auch im Waffengeschäft wenn man mal nett nachfragt. 

Als ersten Arbeitsschritt wird diese Patronenhülse am platten Ende aufgebohrt. Ich habe dazu einen 5mm Bohrer benutzt. Ob man zentrieren muss hängt vom Geschick, dem Bohrer und der Drehbank ab. Ich konnte bei mir drauf verzichten, habe allerdings auch Spannzangen benutzt. Spannzangen bieten sich an da sie die recht filigrane Hülse komplett fassen und nicht so schnell zusammendrücken sodass die Patronenhülse unrund wird. Wer mehrere Poller braucht kann sich auch eine einfache Spannzange selbst drehen, dazu einfach in ein Stück Messing ein passendes Loch bohren und dann längs mit der Säge einschlitzen. Wenn die Drehbank rund läuft ist das vollkommen ausreichend um später ein genaues Loch zu bohren. 

Als nächstes wird am durchbohrten Kopf mit der Minitrennscheibe an zwei gegenüberliegenden Stellen eine kleine Vertiefung eingefräst. Kann man alles mit der Hand machen wenn man ein bisschen vorsichtig ist. In diese Vertiefung wird ein Stück 1mm Messingdraht eingelegt sodass der Draht bündig mit der Oberkante ist. Alles sehr vorsichtig mit wenig Lot verlöten.

Anschließend an der unteren Kante der Hülse an einer Stelle einseitig eine kleine Kerbe einfräsen. Hier kommt SPÄTER der Draht der den Bajonettverschluß bildet. Es ist eine gute Idee die Innenfläche der Hülse etwas aufzurauhen damit das Lötzinn besser hält.

Nun wird aus 10mm (8mm geht auch) Messingrundmaterial der Halter gedreht. Mittig ein 6mm Loch bohren und ca 1-1.5mm tief mit einem 7mm Bohrer nachsenken. Muss an ein bisschen Gefühl für bekommen. In dieser Vertiefung wird später der Kragen der Hülse verschwinden. Das Messingdrehteil ist bei mir 12mm lang. Dadurch kann der Poller in eingefahrenem Zustand frei drehen und man verschwendet kein unnützes Material.

Der weitere Arbeitsschritt besteht darin in dieses Drehteil an der Seite ohne Versenkung einen L-förmigen Ausschnitt einzufräsen. Auch dieses habe ich in der Hand gemacht, man kann aber auch das Drehteil z.B. in das Futter einer Bohrmaschine einspannen um es fest zu halten. Dieser Ausschnitt ist bei mir sehr grob geworden, das ist aber vollkommen egal da dies weder Einfluss auf die Funktion noch auf die Optik hat. Dieser Teil wird später im Oberdeck verschwinden und kein Mensch wird jemals dieses wieder sehen. Es empfiehlt sich an dieser Stelle den Ausschnitt gewissenhaft zu prüfen damit der Messingdraht später frei laufen kann und nirgendwo hakt oder klemmt.

Nun wird die Hülse in das Drehteil gesteckt. Vielleicht noch einmal kurz die obere Lötstelle nachfeilen damit alles zusammenpasst. Der Poller müsste nun bündig mit dem Drehteil abschließen und sich frei drehen lassen. Jetzt wird ein Stück Messingdraht in die ausgefräste Nut gelegt und INNERHALB der Hülse verlötet. Fertig ist der Bajonettverschluss, das überstehende Stück Draht kann im arretierten Zustand des Pollers abgeschnitten werden sodass es nicht über das Drehteil hinausschaut.

Nachdem alles noch einmal poliert und verputzt wurde kann der Poller eingebaut werden.

Die Bilder sollten zum Nachbau hilfreich sein.

 

   
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