Eines der seltensten Boote die man so auf den Treffen sieht ist die V60. Soweit ich weiss haben bisher nur ein Modellbauer aus Berlin und Detlef Franke dieses Boot gebaut. Detlefs Boot ist aus der Form von Uwe Falkenstein und was lag also näher mir diese mal auszuleihen um meine Walterboot Sammlung im Massstab 1:30 wieder um ein Exemplar zu erweitern. Leider liegen viele Details bei der V60 im Dunkeln und Fotos gibt es nicht da das Original nie gebaut wurde. So muss man an einigen Stelle etwas interpretieren da die Zeichnung meiner Meinung nach offene Fragen hinterlässt. Sehr intensiv wurde bisher z.B. diskutiert, ob die V60 ein Korddüse hatte oder nicht. Auf der Zeichnung spricht einiges dafür, allerdings steht das im direkten Widerspruch zu den allgemeinen Regeln wie man eine technische Zeichnung erstellt. Bestes Indiz dafür ist das Seitenruder: Hätte die V60 tatsächlich eine Korddüse gehabt, so kann die Unterkante des Seitenruders nicht gerade sein weil sie sich sonst nicht in der Düse drehen könnte. Für eine Korddüse stehen allerdings die Zeichnungen die um die Schraube herum gezeichnet wurden, Form und Anordnung entsprechen dem Querschnitt einer Korddüse. Wie man sieht, es ist einiges unklar. Trotz allem hat mich die V60 gereizt und so viel ist an dem Boot ja auch nicht dran. Ähnlich wie meine alte V80 sollte es ein dynamisch fahrendes Boot sein ohne Spielerei. Für die Bauzeit hatte ich mal knapp 2 Wochen veranschlagt was mir realistisch erschien weil ja nun wirklich nicht viel an dem Boot zu bauen ist. In diesem dynamisch tauchenden Boot hab ich auf einen Kolbentank verzichtet weil ich hier den Aufwand nicht treiben wollte. Es sollte recht einfach und schnell gehen, ein Boot für mal eben zwischendurch. Eine grobe Sichtung meiner Bestände bestätigte das so gut wie alles an Material vorhanden war und kaum was dazugekauft werden musste. Dachte ich...Eines der seltensten Boote die man so auf den Treffen sieht ist die V60. Soweit ich weiss haben bisher nur ein Modellbauer aus Berlin und Detlef Franke dieses Boot gebaut. Detlefs Boot ist aus der Form von Uwe Falkenstein und was lag also näher mir diese mal auszuleihen um meine Walterboot Sammlung im Massstab 1:30 wieder um ein Exemplar zu erweitern. Leider liegen viele Details bei der V60 im Dunkeln und Fotos gibt es nicht da das Original nie gebaut wurde. So muss man an einigen Stelle etwas interpretieren da die Zeichnung meiner Meinung nach offene Fragen hinterlässt. Sehr intensiv wurde bisher z.B. diskutiert, ob die V60 ein Korddüse hatte oder nicht. Auf der Zeichnung spricht einiges dafür, allerdings steht das im direkten Widerspruch zu den allgemeinen Regeln wie man eine technische Zeichnung erstellt. Bestes Indiz dafür ist das Seitenruder: Hätte die V60 tatsächlich eine Korddüse gehabt, so kann die Unterkante des Seitenruders nicht gerade sein weil sie sich sonst nicht in der Düse drehen könnte. Für eine Korddüse stehen allerdings die Zeichnungen die um die Schraube herum gezeichnet wurden, Form und Anordnung entsprechen dem Querschnitt einer Korddüse. Wie man sieht, es ist einiges unklar. Trotz allem hat mich die V60 gereizt und so viel ist an dem Boot ja auch nicht dran. Ähnlich wie meine alte V80 sollte es ein dynamisch fahrendes Boot sein ohne Spielerei. Für die Bauzeit hatte ich mal knapp 2 Wochen veranschlagt was mir realistisch erschien weil ja nun wirklich nicht viel an dem Boot zu bauen ist. In diesem dynamisch tauchenden Boot hab ich auf einen Kolbentank verzichtet weil ich hier den Aufwand nicht treiben wollte. Es sollte recht einfach und schnell gehen, ein Boot für mal eben zwischendurch. Eine grobe Sichtung meiner Bestände bestätigte das so gut wie alles an Material vorhanden war und kaum was dazugekauft werden musste. Dachte ich...


Das Heck

Nachdem ich die V60 von Detlef Franke gesehen hab, entschied ich mich sie ohne Korddüse mit ganz normalem Kreuzheck zu bauen. Ich habe mir also die Zeichnung eingescannt und mit meinem CAD Programm die Konturen für die Dämpfungsflächen und Ruder erstellt. Mehr ist an dem Boot ja auch schon nicht mehr dran was man CAD und CNC gestützt machen kann ausser noch ein paar Kleinteile. Die Flächen wurden also nachgezeichnet und aus Platinenmaterial gefräst. Innerhalb der Dämpfungsflächen ist ein 3mm breiter Kanal in dem die Anlenkungsgestänge verlaufen. Das Heck besteht aus gefrästen GFK Platten mit 3mm Spalt in dem die Züge laufen. Die Kappen in dem die Züge enden sind aus GFK laminiert. Die Form dazu hab ich zuerst aus einem Klotz massiven Resin gefräst und passend beigeschliffen. Anschließend wurde dieses Teil mit Silikon abgeformt und laminiert. Ist zwar viel Werk aber dafür ist dann eine Kappe wie die andere und auch ganz praktisch wenn mal eine kaputt gehen sollte. Der Hauptgrund ist aber die Möglichkeit die Kappe leicht und dünn auszuführen damit viel Platz für die Anlenkung ist. Hier muss man immer einen kleinen Kompromiss machen, denn all zu klein kann man mit den Ruderhebeln nicht werden ohne Gefahr zu laufen, das die Ruderausschläge zu groß werden. Hier zählt jeder Millimeter!Da das Boot recht viele Ähnlichkeiten mit der V80 hat, habe ich die Motor / Servo Anordnung von der V80 übernommen. Der Motor ist mit dem Stevenrohr fest verschraubt und steckt in einem abgedichteten Messingrohr. Dieses wurde mit den Dämpfungsflächen verklebt und garantiert somit die absolut fluchtende Ausrichtung von Motor und Ruder. Auf das hintere Lagerschild des Motors wurde eine Servoplatte geschraubt die beide Servos trägt. Die Länge der Servoplatte wurde so bemessen das der Mittelpunkt des Ruderkreuzes gerade aus dem Heckstück herausragt damit ich später mal die Klemmschrauben für die Steuergestänge einfach anziehen kann. Die ganze Einheit wird mit 2 Schrauben am Motor und 2 Schrauben an der Servoplatte befestigt. Der Motor ist übrigens ein Bühlermotor mit knapp 40mm Durchmesser. Mit 10 Zellen ergab sich eine etwas flauschige Drehzahl, deshalb hab ich in die V60 12 Zellen 3000mAh von Sanyo eingebaut. Mit den 12 Zellen ergeben sich nun XXXX UpM bei 700mA Leerlaufstrom. Ich hab die Kombination mal ins Wasser gehalten und konnte einen Strom von XXXX A messen, das reicht somit theoretisch also für XXXXX Fahrzeit. Ursprünglich sollte eine andere Motor/Akkukombination eingebaut werden was allerdings vom Platz und Gewicht her nicht geklappt hätte da ich mich da ein wenig verkalkuliert habe. Eine andere Akkualternative wären die 3300mAh NIMH Zellen aus meinem Hubschrauber gewesen aber da wollte ich keine Packs parallelschalten. Meine Erfahrungen mit NIMH sind auch nicht die besten, ich denke das NiCd Zellen immer noch die beste Lösung sind, ausserdem wesentlich schneller aufzuladen und robuster. Da die V60 nur knapp 3kg wiegt war es von Anfang an wichtig auf Gewicht zu achten. Nachdem ich die einzelnen Komponenten mal auf die Waage gelegt hatte, musste ich für den Rumpf schon über 1000g veranschlagen. Motor, Servos und die restliche Elektronik wiegen dann auch nochmal so um die XXXXXg sodass nicht mehr viel für Akkus übrig blieg. Ansonsten ist im Boot nicht viel an Elektronik verbaut worden. Ausser dem Fahrregler, konventionell aufgebaut auf Basis des bewährten Chips von Norbert Brüggen, finden sich noch eine Tiefenreglung von Nils Canditt und der Empfänger. Ein BEC und ein elektronischer Schalter für die Beleuchtung runden die Elektronik ab. Das BEC ist ein ganz normaler Längsregler von Linear Technologies. Ein Schaltregler wäre nicht unbedingt sinnvoll gewesen weil die Platzverhältnisse recht eingeschränkt sind, ein Schaltregler hätte aufgrund seinem Störpotential eventuell zu Störungen der Empfangsanlage geführt.Als Servo hab ich für mich die DS8077 von Graupner entdeckt weil im letzten Boot die Hitec Servos keine 2 Minuten Lageregelung überlebt haben. Garnicht so Hitec... Bei den Graupner Servos ist die Stromaufnahme nicht so hoch sodass die Temperatur bei blockiertem Motor nicht ins unermessliche steigt. Die Hitec sind so heiss geworden das im Motor was geschmolzen ist. Kernschrott, aber macht nix, die haben ja nur 50 Euro das Stück gekostet. Ich hab mal die Graupner aufgemacht und muss sagen das die einen vernünftigen Eindruck machen. Alles in allem robust, sehr preiswert und ausreichend dimensioniert (Zur Info: Ich bekomme KEINE Provision von Graupner).Bei den Walterbooten mit ihrem speziellen Querschnitt ist es ja immer ein wenig schwierig das Problem mit dem Zugang zu lösen. Wenn man ein Bajonett einbaut kann es sein, dass viel Platz verloren geht oder das diese Lösung ungeschickt ist weil die Akkus ins Technikgerüst reinragen und somit das Technikgrüst nicht mehr verdreht werden kann. Um dieses Problem zu umgehen habe ich mir einen ovalen Steckring gefräst welcher auf Zug abdichtet. Der Rumpf erhält also später im Bug eine zentrale Verschlußschraube mit der das Boot zusammengezogen wird. Ich habe diesen Verschluß aus dünnem Material gefräst da ich ja eigenlich nur an den Dichtflächen Interesse habe. Der Ring wurde auf die Schnittkanten des Rumpfes aufgeklebt und danach von hinten mit Kleber und Füllmittel aufgedickt. Die Nut ist plattenbedingt 1,7mm tief und 3mm breit gefräst. Hier wird ein 2,5mm dicker, weicher O-Ring eingelegt. Der "Verschluß" selbst ist wieder mit übermaß ausgefräst sodass später auf das tatsächliche Maß untergeschliffen werden kann. Da die Rümpfe nicht immer so symmetrisch sind (es ist halt Handarbeit) macht das Sinn bevor man alles 100% präzise macht und dann auf Unzulänglichkeiten stößt die einen fragen lassen, warum man sich so viel Arbeit mit dem zeichnen und fräsen gemacht hat. Das Technikgerüst mündet am Bug in einem recht stabilen Drehteil aus Messing in welches ich 2 Nuten für O-Ringe eingestochen habe. Das passende Gegenstück wurde sehr großzügig in den Bug einlaminiert und mit 2 Kohlefaserstäben die quer durch den Rumpf gebohrt wurden noch mal zusätzlich gesichert und mit angedicktem Harz ausgegossen. Der Rumpf ist an dieser Stelle dadurch 40mm dick. Zusammengehalten werden beide Rumpfteile mit einer M5 Inbusschraube die vorne im Bug versenkt angebracht ist. Das Technikgerüst hängt mit 4 Haltern am Heckteil dran und besteht aus 4mm Gewindestangen und Messingrohren. Auf diesen Messingrohren sind 2 GFK Platten übereinander geklebt die Akku und Elektronik tragen. Zusammen bildet das ganze nun eine kompakte und verwindungssteife Einheit.


 Der "Turm"

Die V60 hat keinen Turm im eigentlichen Sinne sondern nur eine Verkleidung für das Sehrohr. Ich habe diese Verkleidung aus 16mm GFK gefräst und 2 Leuchtdioden darin untergebracht. Eine 5mm LED grün mit 6000mCd strahlt nach oben und eine 3mm LED in weiss nach vorne. Das Frästeil wurde am Bandschleifer auf Profil geschliffen und alle Bohrungen eingebracht. Danach konnte das Teil dann auf dem Rumpf befestigt werden. Es wurde verklebt und zusätzlich mit 2* M4 schrauben verschraubt, das sollte reichen. Hinter der Verkleidung sitzt eine kleine durchsichtige Kuppel. Sie wurde auf ein gefrästes Fundament geklebt um eine plane Auflagefläche zu bekommen und ist nicht zu öffnen. Details und Flutschlitze sind nicht vorhanden da es kein Original gab und die vorhandene Zeichnung keine Auskunft darüber gibt. Aus der zeichnung könnte man nur Mutmaßungen anstellen, aber da es eh ein Einhüllenboot ist hab ich auf Flutschlitze verzichtet. Anlehnend an V80 sind ein paar Klappen aufgeklebt um dem Boot ein wenig "Farbe" zu geben, aber historisch wertvoll ist davon nichts. Es ist halt das Problem das sich einem stellt wenn man Boote baut die nie realisiert wurden, aber mit der Zeit bekommt man ein Gefühl was hätte sein können und was nicht.


Fazit

Die V60 ist ein recht unkonventionelles, kleines Boot mit großem Spaßfaktor welches sich aus der Menge der Delphine und Subdogs abhebt. Klar, die Form muss man mögen, aber Walterboote haben eh ihre speziellen Liebhaber und denen kann ich den kleinen Flitzer nur wärmstens ans Herz legen. Zum direkten Vergleich hab ich direkt nach Fertigstellung nochmal ne V80 angefangen. Auch dieses Boot ist was für den schnellen Fahrspaß zwischendurch, aber das ist wieder ein anderes Thema...


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