Geht es euch auch so? Über manche Dinge braucht man nur laut zu denken und schon treffen sie ein. Teure Autoreparaturen zum Beispiel, oder kaputte Fernseher und Waschmaschinen, meist gerade wenn man kein Geld hat. Es gibt ab und an aber auch positive Erlebnisse dieser Art.

Neulich hatte ich sowas noch. Hatte Dienstags mal in sonem Nebensatz fallen lassen das ich gerne mal ein XXIII bauen würde, und kaum ausgesprochen stand Uwe Falkenstein eine Woche später wieder Dienstags in der Tür mit einem Satz frisch gezogener XXIII Teile. Lapidare Bemerkung dazu: "Kannze hann" (Kurzform der Übersetzung für Nichtkölner: Hast doch letzte Woche davon gesprochen das du ein XXIII haben wolltest, da hab ich dir mal schnell eins gemacht. Hoffe es gefällt dir.). Naja, wenn die Teile denn schon mal da sind, dann können wir ja auch mal mit dem Ding anfangen.

Stellenweise war der Rumpf in einem bedauernswerten Zustand, aber wir wollen ja nicht meckern und man wächst ja bekanntlich mit den Aufgaben. Ursprünglich war der Rumpf für Deckeltechnik vorgesehen, was ich aber auf keinen Fall übernehmen wollte. Ich habe also das Deckstück auf die Rumpfunterschale geklebt und den Rumpf von innen großzügigst auslaminiert und verstärkt. Wie üblich hab ich mir danach erst mal Gedanken gemacht wie man das Boot wohl trennen könnte, und ich hatte mich dazu entschlossen es am Bug und am Heck zu trennen. Auf den Einsatz von Bajonettverschlüssen wollte ich verzichten da ich die mit meiner Fräse nicht herstellen kann aber auch zu geizig bin mir die zu kaufen. Ich hab mir also wieder mal eine exotischen Ringform ausgedacht um den maximalen Zugriff ins Bootinnere zu bekommen und trotzdem ein Technikgerüst einbauen zu können. Die Wahl fiel hier auf ein auf dem Kopf stehendes Ei, welches nach scannen des Rumpfquerschnittes schnell erstellt war. Komponenten wie Akkus und Pumpe konnten somit auch leicht am PC platziert werden ohne später böse Überraschungen zu erleben. Den Hauptverschluss als Steckring auszuführen ist eine Sache, die Verschlußschraube auf der gegenüberliegenden Seite des Rumpfes eine Andere. Also wurde für den Kopfspant auf der Bugseite eine zweiter Verschlußdeckel in ovaler Form konstruiert. Dieser Verschlußdeckel sollte eigentlich verschraubt werden. Dies stellte sich nach den Konstruktion aber als unnötig heraus, wird er doch beim zusammenschrauben des Bootes eh angepresst und bleibt somit an seinem Platz. Egal, drin ist drin und wird auch nicht mehr geändert. Das Bugteil wird auf 4 Edelstahlbolzen gesteckt und klemmt von Haus aus schon genug. Im Bug ist als Überzeugungshilfe wieder ein Edelstahlblech eingearbeitet welches kleinere Kollisionen zu meinem Vorteil entscheiden soll.Je mehr ich mir diese Konstruktion (welche mir anfangs überhaupt nicht zusagte wegen ihren relativen Komplexizität gegenüber einem Bajonett) anschaute, desto mehr überzeugte mich die Ausführung. Das Technikgerüst sitzt als stabilisierendes Element in der Mitte des Druckkörpers und kann durch das verspannen nicht schwingen was dem Tiefenregler aus dem Hause Canditt zugute kommt. Eventuelle Belastungen am Bajonett durch eben dieses Schwingen oder Biegekräfte durch schwere Technikgerüste gibt es nicht. Alles ist stabil und macht einen sehr guten Eindruck. Dafür nehme ich auch mal die Mehrarbeit beim Zerlegen in Kauf.

So wie es ausschaut werde ich diese Versclußtechnik in Zukunft bei allen weiteren Projekten anwenden, da die Bajonette wegfallen, ich den Verschluß selbst machen kann, und eine dreiteilige Bauweise selbst bei größeren Booten recht Kofferraumfreundlich ist.Zurück zum Kopfspant. Auf dem Kopfspant sitz ein Aluminiumdrehteil mit einer Zentralverschraubung aus Edelstahl. Diese Schraube mit Bund sitzt in einem üppig dimensionierten Kugellager aus rostfreiem Stahl welches die Zugkräfte auffangen soll und wird über einen Simmerring nach Innen hin abgedichtet. Alles recht massig ausgeführt werd ich mir über Lebensdauer wohl keinen Kopf mehr zerbrechen müssen. Selbstverständlich können alle Teile im Falle eines Falles wieder demontiert und ersetzt werden. Ursprünglich war geplant, die Nase einfach nur auf die Bolzen zu stecken und mit 3-4 Madenschrauben zu fixieren. Nach reiflicher Überlegung hab ich mich dann für eine Zentralbefestigung entschlossen die durch das Torpedoluk bedient wird. Dazu wurde am Kopfspant an einer Verlängerung ein Drehteil befestigt in welches eine Schraube greift die im Bug drehbar an den vorderen Flossen angeklebt wurde. Das Technikgerüst trägt die üblichen Komponenten wie Empfänger, Tiefenregler, Fahrregler, Magnetschalter, Kolbentanksteuerung von Schröder/Feldmann (oder war es Feldmann/Schröder?) und Tauchtank. Der Tauchtank ist im Technikgerüst integriert, d.h. bei demontage des Technikgerüstes fällt auch der Tauchtank auseinander da die Stangen des Technikgerüstes gleichzeitig den Tank zusammenhalten. Wieder Arbeit gespart. Ansonsten ist noch zu erwähnen das die Drehzahlaufnahme des Motors für die Kolbentanksteuerung direkt am Motor gemacht wird. War einfacher zu realisieren als irgendwelche Zahnräder anzubohren, gleichzeitig wurde der recht lange Getriebemotor noch einmal gelagert um Schwingungen vorzubeugen.Die Wahl der Akkus fiel auf eine 18 Zellen Stange Sanyo 4000mAh Zellen die ich freundlicherweise gesponsort bekommen habe. Cord, ich danke dir! Passend dazu hab ich mir bei EBay einen 24V Bühler Motor für kleines Geld erstanden, der bei 24V erfrischende 7000UpM machen soll. Durch die 18 Zellen komme ich ja nicht ganz an die 24V ran, es sollte also von der Drehzahl her passen. Der passende Regler dazu würde um den bewährten Fahrreglerchip von Norbert Brüggen herum aufgebaut und geht bis maximal 30V. Direkt mit auf die Platine wurde ein Magnetschalter integriert, der ohne Relais auskommt. Dieser Schalter besteht im wesentlichen aus einem BTS Transistor der sich einmal eingeschaltet von selbst hält. Um ihn wieder abzuschalten wird sein Gate durch den Abschaltreedkontakt auf Masse gezogen und er schaltet dadurch ab. Vorteil der wirklich sehr einfachen Konstruktion ist der wegfall des mechanischen und recht teuren bistabilen Relais und eine gewisse Trägheit, hervorgerufen durch geschickten Einsatz eines kleinen Kondensators. Dadurch wird auch das Abschalten bei harten Stößen verhindert, die die Reedrelais schon mal zum kurzzeitigen (Aus)Schalten der bistabilen Relais brachte. Der ein oder andere wird dieses Phänomen vielleicht leidlich kennen. Ausserdem wurde auf der Platine noch ein einfacher 2 Kanal Schalter aufgebaut der auch von Norbert Brüggen programmiert wurde. Einfach und zuverlässig verrichtet der nun schon seit Monaten in meiner V60 seinen Dienst und das ohne Manko. Im Heck wurden neben dem 5-zeligen Empfängerakku mit 3000mAh auch die beiden Servos für Tiefe und Seite untergebracht. Das Seitenruder wird durch ein Kegelradgetriebe angesteuert welches nahezu spielfrei ist. Abgedichtet wird es durch einen austauschbaren Simmerring. Hier sitzt auch der Motor der auf einen Träger geschraubt wurde der seinerseits an zwei Laschen hängt die im Rumpf verklebt wurden. Nach lösen dieser Schrauben kann der Motor zu Wartungszwecken entnommen werden. Auf eine Kühlung des Motors wurde erst einmal verzichtet, da dieser Langsamläufer wohl kaum warm werden wird. Als Schraube wurde eine selbstgemachte Messingschraube von Manni Schröder benutzt die er mir freundlicherweise gemacht hat da es die Blattform nicht fertig zu kaufen gab. Manni, ich danke auch dir! Der Turm war etwas kniffliger. Bekanntlich sind (fast) alle 23 etwas kopflastig durch den überproportional hohen Turm, daher musste er betont leicht ausgeführt werden. Das Innenleben besteht daher aus dünnem Platinenmaterial, die Auskleidung ist z.B. nur 0,3mm dick. Im Turm wurden Holzleisten eingeklebt um ein warmes, wohnliches Ambiente zu schaffen. Geklebt habe ich hier mit Sekundenkleber, mit dem auch direkt die Holzleisten imprägniert wurden. Wenn man es mit Ruhe und ohne Einsatz von Beschleuniger klebt, dann sieht es sogar recht gut aus und toter gehts vom Holz her dann auch nicht mehr. Für die Anordnung der Flutschlitze hab ich mir anhand des Planes eine Schablone gefräst mit der ich die Flutschlitze etwas besser positionieren konnte. Mit Hilfe der Schablone hab ich dann die Löcher und Schlitze am Rumpf angezeichnet, ausgebohrt und ausgearbeitet. Die Ruder wurden sämtlich aus 8mm GFK Vollmaterial hergestellt und sind massiv, die passenden Edelstahl Ruderwellen haben eine Stärke von 3mm und sind in Messingbuchsen gelagert. Auf eine Anlenkung der vorderen Ruder habe ich verzichtet, es ist aber einfach sie nachzurüsten wenn ich dazu die Notwendigkeit sehen sollte. Die vorderen Torpedoklappen sind wieder zu öffnen und aus GFK mehrteilig gefräst. Verschlossen werden sie über eine selbstgefertigte Feder aus Edelstahldraht. Die Klappen werden aus einzelnen Platten hergestellt wobei das "Scharnier" direkt mit eingefräst wird. Die Platten werden dann miteinander verklebt und das komplette Teil in den Rumpf eingeklebt. Dann wird die Kontur durch schleifen an den Rumpf angepasst und das Ergebnis ist eine perfekt passgenaue Klappe ohne Spaltmaß. Sieht ganz nett aus. Als ich das Technikgerüst so fast fertig hatte (Pumpe war auch schon erledigt), fiel mir auf einem Treffen auf das mein Boot irgendwie zu lang war im Bezug auf den Turm. Nachdem ich mal schnell nachgemessen hatte musste ich feststellen, das das Boot tatsächlich viel zu lang ist. Irgendwie scheint damals beim hochkopieren der Originalpläne was schief gelaufen zu sein und somit ist das Boot knapp 5cm im Verhältnis zum Turm zu lang geworden. Sehr ärgerlich, denn ich hatte mich natürlich auf die Proportionalität des Rumpfes verlassen, aber leider nun nicht mehr zu ändern. Ich hab dann die Konsequenz gezogen und kurzerhand den Druckkörper um 5cm gekürzt wobei ich mich an der Länge des Turmes orientiert habe. Ging ganz gut und war schneller gemacht als geplant. Das Boot ist zwar jetzt immer noch nicht im Massstab 1:30 aber die Proportionen stimmen und das reicht mir. Alle Lunker und Klebestellen wurden dann schon mal vorab gespachtelt und verschliffen und das Boot ist bis auf einige wenige Restarbeiten nun fahrfertig und wartet auf die Ersterprobung und Feineinstellung. Sollte die zu meiner Zufriedenheit ausfallen werden die Details am Turm und Rumpf noch fertiggestellt. Auf dem Oberdeck sollen noch Holzplanken montiert werden und hinter dem Turm wird das Oberdeck gesandet. 

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