K40 CO2 LASER

Kurz nachdem ich den Elekslaser einigermassen im Griff hatte, habe ich mir einen der berüchtigten K40 Chinalaser bestellt.

Das Teil ist, wenn man den Foren Glauben schenken darf, als Einstiegsdroge zwar einigermassen geeignet, hat aber gravierende Sicherheits- und Qualitätsmängel.

So soll die Verkabelung ziemlich abenteuerlich sein. Von schlecht befestigten oder erst garnicht vorhandenen Erdungsklemmen bis akzeptabel findet man alles Mögliche in besagten Foren. Hinzu kommt stellenweise eine grausame Chinasoftware, die auf den Namen "Moshidraw" hört. Diese ist wohl gleichzeitig auch für die Ansteuerung des Lasers zuständig, sodass es (erstmal) wenig Alternativen gibt. Manche Laser werden aber auch mit anderer Software ausgeliefert, diese Hoffnung hatte ich beim bestellen von meinem Laser. In einem Laserforum hatte ich die Hoffung, einen gebrauchten Laser für schmales Geld zu erwerben. Ich wollte ausschliessen, dass ich bei Ebay etc einen ausgenudelten Apparat bekomme.

Hat aber nicht geklappt, also hab ich mir einen in Polen bestellt. Der kam dann aus England, vermutlich ein polnischer Aussenstützpunkt. Innerhalb von 3 Tagen war das Dingen bei mir in der Werkstatt, das war schon mal positiv.

Der unversehrte Karton wurde geöffnet, und zu meiner Freude war der Laser aussen schon mal nicht beschädigt. Nun wurde das Innenleben inspiziert. Die Lackierung ist, ähäm, vorhanden. Zumindest stellenweise.

Ich vermute, die haben zum lackieren sowas benutzt.

An einigen Stellen wurde da übel gebastelt. Die Spiegelbefestigungen sind arg krumm, Bleche sind zurechtgebogen und der Lasertisch ist völlig schief im Gehäuse montiert. Hinzu kommen schiefe Stehbolzen auf denen der Tisch steht. Sieht so aus, als hätte man das alles mit Gewalt in Form gebogen. 

Die Spaltmaße erinnern an ein langgezogenes Dreieck und Schweisspunkte haften teilweise nur durch Zufall oder garnicht.

Die Führung des Lüfters ist ebenfalls überarbeitungswürdig, der Gute zieht arg Nebenluft. Immerhin gab es eine Qualitätskontrolle um die schlimmsten Fehler zu elimimieren! Gut, dass ich etwas mehr investiert habe, wie soll denn da die B-Ware aussehen???

Für die ersten Schüsse mit dem Laser mussten die Spiegel und Linse gesäubert werden. Keine schlechte Idee, wie sich heraus stellte. Ich hab dazu Isopropanol aus der Apotheke genommen und alles mit einem sauberen Q-Tip gereinigt.

Eine erste Inspektion des Strahlenganges mittels aufgeklebter Kreppbandstreifen und Probeschüssen des Lasers zeigte, das der Strahlengang einigermassen richtig eingestellt war. Das konnte ich wohl nicht oft machen, da die Röhre anscheinend schnell überhitzt und ich noch keine Wasserkühlung angeschlossen hatte.

Der Rest des Aufbaus gestaltete sich ebenfalls abenteuerlich. Ein Flachbandkabel wurde mit zwei Klebepads auf den Boden geklebt, Die Anschlussstecker von Kühlpumpe und Abluftventilator haben noch die originalen Chinastecker dran. Glücklicherweise sind die passenden Steckdosen im Gehäuse verbaut.

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Laserröhre in Aktion
 
 

Nachdem die grundsätzliche Funktion hergestellt war, gings an das Komplettieren. Die Wasserkühlung musste dringend in Betrieb genommen werden um dauerhafte Tests zu fahren. Hierzu habe ich bei Obi eine durchsichtige Transportkiste mit Deckel aus Plastik gekauft und diese mit Wasser gefüllt. Beim Laser ist eine Aquariumpumpe dabei die in der Kiste versenkt wird. Das Kühlwasser wird durch den Mantel der Röhre geleitet und fliesst wieder zurück in die Kiste. Eine weitere Kühlung des Wassers selbst in Form eines Kühlelementes gibt es nicht.

Nach den ersten Probeschüssen erinnerte ich mich auch wieder, warum der Ventilator mit im Paket war. Leider konnte ich den Mauerdurchbruch nach draussen noch nicht an dem Wochenende machen. Verdammte Grippe...

Wie bereits erwähnt, ist die Qualität des Gerätes nicht wirklich der Hammer, aber das war mir von Anfang an klar. Beim schnellen Verfahren des Laserkopfes in x lösten sich die ersten Schrauben des Wagens, die auch nicht wirklich festgezogen waren. 

Ebenso lockerte sich die nicht entgratete Platte welche den Laserkopf trägt. Die teilweise schon angelaufenen Schrauben habe ich durch Edelstahl Sechskant Schrauben ersetzt.

Irgendwann wurde mir das zu bunt und ich habe den Verkäufer auf so einige Probleme und Mängel aufmerksam gemacht. Nachdem ich mich mit Ihm über eine Kompensation einigen konnte, stand einem Weiterbau bzw einer Mängelbehebung nichts mehr im Wege.

Als erstes habe ich ein paar Teile für eine Entlüftung angeschafft.

Beim Zusammenbau des Lasers war ich unachtsam und habe tatsächlich den 230V Anschluss mit dem Spannungsausgang des Netzteils vertauscht. Beides 4 polige Stecker...

Nachdem es kurz geknallt hatte und die Sicherung raussprang, konnte ich den Schaden begutachten. Augenscheinlich hatte es erst einmal eine Leiterbahn zerrissen, das liess sich anhand einer Schmauchspur auf dem Alugehäuse des Netzteils nachvollziehen. Nachdem die Leiterbahn repariert war gings weiter. Die Steuerelektronik machte keinen Mucks mehr, beim einschalten des Lasers fuhr der Schlitten nicht mehr auf den Nullpunkt. Schnell fand ich heraus, dass die 5 Volt fehlten. Der defekte 5 Volt Spannungsregler dazu wurde ebenfalls getauscht. Leider funktionierte danach zwar die Steuerelektronik, aber nicht die Ansteuerung der Laserröhre selbst. Testschüsse mit dem Testknopf am Bedienteil blieben ohne Wirkung.

Nun musste das Internet bemüht werden. Einige Seiten gaben Aufschluss über die Steckerbelegung des Netzteils, aber nur diese einigermaßen über das Innenleben selbst. Beim durchmessen aller möglichen Bauteile fand ich einiges heraus:

  • Einer der Drähte des Testschalters war in der Adernendhülse schlecht vercrimpt. Alle Hülsen wurden abgeschnitten und die Kabel direkt unter geschraubt.
  • Das Poti für die Stromeinstellung hatte den Geist aufgegeben, der Schleifer hatte nur noch sporadisch Kontakt zur Leiterbahn. Hier wurde ein anderes Poti angelötet bis Ersatz bestellt ist. 
  • Die Leuchtdiode, welche die Funktionstüchtigkeit des Netzteils anzeigt, war defekt und wurde ersetzt.
  • Eine SMD Diode D13 mit der vermutlichen Aufschrift A4 (BAV70) hatte es zerrissen. Vermutlich deswegen, weil alle Duodioden auf dem Netzteil A4 sind. Auch diese wurde getauscht.
  • Beide Eingangsoptokoppler wurden getauscht nachdem das Drücken des Testtasters nicht hinter dem Optokoppler ankam. Diese haben die Bezeichnung El817 und sind Standardware.
  • Last, but not least, waren tatsächlich auch die beiden Vorwiderstände der Optokoppler abgeraucht. Die Bezeichnung war unter der Lupe nicht mehr zu erkennen und beschriftet sind sie auch mit C23 / C24, also Kondensator, aber die Verschaltung mit dem Optokoppler lässt nur einen Widerstand zu. Da die gegen 5 Volt liegen, habe ich einen 620 Ohm Widerstand in der 0805 Bauform genommen.

Nach den ganzen Tauschaktionen und gefühlten 100 Montagen / Demontagen des Netzteils funktionierten die Testschüsse wieder.

Ach ja, wenn man den Drehknopf vom Poti abziehen möchte, dann muss man die Kappe des Drehknopfs entfernen. Darunter, zumindest bei mir, verbirgt sich eine Schraube für die Spannzange, mit der der Knopf auf der Potiwelle geklemmt ist.

Demnächst gehts weiter

   
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